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Therapeutisches Reiten

ist eine ambulante, tiergestützte Therapieform mit ganzheitlicher Wirkung und hohem Motivationscharakter.

 

das Pferd als Freund

Therapie bringt die Freude zurück

Reittherapeutin Sylvia Thumm arbeitet mit ganz unterschiedlichen Menschen
("Schwarzwälder Bote" vom 16.10.2001)

Zimmern u. d. B.  Auf dem Rücken der Pferde liegt nicht nur das sprichwörtliche Glück der Erde. Immer häufiger wird das Reiten auch als therapeutisches Mittel eingesetzt — mit erstaunlichen Erfolgen. Reittherapeutin Sylvia Thumm erlebt bei ihrer Arbeit auf dem Aspenhof bei Zimmern u. d. B. täglich, was der Umgang mit Pferden bei kranken Menschen bewirken kann.
 »Reiten unterm Regenbogen« hat die Diplom-Reittherapeutin ihr Angebot überschrieben. Durch Ausbildungen im medizinischen, pädagogischen und therapeutischen Bereich kann Reittherapeutin Sylvia Thumm ein breites Feld abdecken und arbeitet mit sehr unterschiedlichen Klienten: Menschen mit einer Lern- oder geistigen Behinderung, die am Pferd erleben, dass dieses große Tier ihnen gehorcht, wenn sie sich an seine Regeln halten. Oder verhaltensauffällige Kinder, die erleben, dass ihre Aktionen nicht immer und überall negative Reaktionen hervorrufen. »Sie entdecken schnell ganz zarte Seiten in sich und können diese auch annehmen«, berichtet die Therapeutin von ihren Erfahrungen.
Auch bei Menschen mit Autismus, psychosomatischen Erkrankungen, Sprachstörungen und Sinnesschädigungen erlebt die 44-Jährige, dass diese ihre Wahrnehmungen erweitern, ein Stück zu sich selber und auch auf den andern zugehen. Menschen, die an den Folgen von Missbrauch leiden, lernen, sich abzugrenzen, nein zu sagen, Selbstbewusstsein aufzubauen. Aids-Patienten genießen das vertrauensvolle Verhältnis und den freudvollen Umgang mit dem Pferd. Und Menschen, die unter Neurosen leiden, psychische Krankheiten oder eine Suchtkrankheit haben, erkennen, dass das Leben auch wieder Spaß machen kann.

Therapeutisches Reiten ist eine tiergestützte Therapieform mit ganzheitlicher Wirkung. »Auch Menschen, die schon viele Therapien ausprobiert haben, bekommen eine neue Motivation, sie erleben sich hier akzeptiert und angenommen, weil das Pferd als Partner wertfrei ist und jeden so annimmt, wie er kommt«, erklärt die Therapeutin. Das Pferd lässt sich versorgen, putzen und streicheln, bietet Körperkontakt und trägt den Menschen auf seinem Rücken. »Es ist ein vielseitig und vielschichtig einsetzbares Medium und wir erleben uns im Umgang mit ihm vollkommener und glücklich«, so die 44-Jährige. Das sei eine wichtige Voraussetzung für Heilung an Leib, Seele und Geist. Außerdem werde - wie in der Delphintherapie — beim Reiten der ganze Körper durch das Pferd bewegt, wodurch eine intensive therapeutische Wirkung erzielt wird.
So werden auch Menschen mit Haltungsschäden, Bewegungsstörungen, Mehrfachbehinderungen, Multipler Sklerose oder Rehabilitationspatienten durch die‘ vielen aktiven und passiven motorischen Bewegungen gefördert. »Und nicht zuletzt kommen Menschen zum Pferd, die abschalten wollen von der Hektik des Alltags«, berichtet die Therapeutin.
Sylvia Thumm, die auf jahrelange Erfahrung in Behinderten- und Kindereinrichtungen bauen kann und seit 1990 als Reittherapeutin selbstständig ist, arbeitet mit zwei Tinkerpferden. Diese Pferde hat sie speziell für diese Arbeit ausgebildet. »Sie sind verlässlich, sensibel, arbeiten gern mit den Menschen zusammen und sind wundervolle Co-Therapeuten« meint die 44-Jährige strahlend.