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Zimmern
u. d. B. Auf dem Rücken
der Pferde liegt nicht nur das sprichwörtliche Glück der Erde. Immer häufiger
wird das Reiten auch als therapeutisches Mittel eingesetzt — mit erstaunlichen
Erfolgen. Reittherapeutin Sylvia Thumm erlebt bei ihrer Arbeit auf dem Aspenhof
bei Zimmern u. d. B. täglich, was der Umgang mit Pferden bei kranken Menschen
bewirken kann.
»Reiten
unterm Regenbogen« hat die Diplom-Reittherapeutin ihr Angebot überschrieben.
Durch Ausbildungen im medizinischen, pädagogischen und therapeutischen Bereich
kann Reittherapeutin Sylvia Thumm ein breites Feld abdecken und arbeitet mit
sehr unterschiedlichen Klienten: Menschen mit einer Lern- oder geistigen
Behinderung, die am Pferd erleben, dass dieses große Tier ihnen gehorcht, wenn
sie sich an seine Regeln halten. Oder verhaltensauffällige Kinder, die erleben,
dass ihre Aktionen nicht immer und überall negative Reaktionen hervorrufen.
»Sie entdecken schnell ganz zarte Seiten in sich und können diese auch
annehmen«, berichtet die Therapeutin von ihren Erfahrungen.
Auch bei
Menschen mit Autismus, psychosomatischen Erkrankungen, Sprachstörungen und
Sinnesschädigungen erlebt die 44-Jährige, dass diese ihre Wahrnehmungen
erweitern, ein Stück zu sich selber und auch auf den andern zugehen. Menschen,
die an den Folgen von Missbrauch leiden, lernen, sich abzugrenzen, nein zu
sagen, Selbstbewusstsein aufzubauen. Aids-Patienten genießen das
vertrauensvolle Verhältnis und den freudvollen Umgang mit dem Pferd. Und
Menschen, die unter Neurosen leiden, psychische Krankheiten oder eine Suchtkrankheit haben, erkennen, dass das Leben auch wieder Spaß machen
kann.
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Therapeutisches
Reiten ist eine tiergestützte Therapieform mit ganzheitlicher Wirkung. »Auch
Menschen, die schon viele Therapien ausprobiert haben, bekommen eine neue
Motivation, sie erleben sich hier akzeptiert und angenommen, weil das Pferd als
Partner wertfrei ist und jeden so annimmt, wie er kommt«, erklärt die
Therapeutin. Das Pferd lässt sich versorgen, putzen und streicheln, bietet
Körperkontakt und trägt den Menschen auf seinem Rücken. »Es ist ein
vielseitig und vielschichtig einsetzbares Medium und wir erleben uns im Umgang
mit ihm vollkommener und glücklich«, so die 44-Jährige. Das sei eine wichtige
Voraussetzung für Heilung an Leib, Seele und Geist. Außerdem werde - wie in
der Delphintherapie — beim Reiten der ganze Körper durch das Pferd bewegt,
wodurch eine intensive therapeutische Wirkung erzielt wird.
So
werden auch Menschen mit Haltungsschäden, Bewegungsstörungen,
Mehrfachbehinderungen, Multipler Sklerose oder Rehabilitationspatienten durch
die‘ vielen aktiven und passiven motorischen Bewegungen gefördert. »Und
nicht zuletzt kommen Menschen zum Pferd, die abschalten wollen von der Hektik
des Alltags«, berichtet die Therapeutin.
Sylvia Thumm, die auf jahrelange Erfahrung in Behinderten- und Kindereinrichtungen
bauen kann und seit 1990 als Reittherapeutin selbstständig ist, arbeitet mit
zwei Tinkerpferden. Diese Pferde hat sie speziell für diese Arbeit ausgebildet.
»Sie sind verlässlich, sensibel, arbeiten gern mit den Menschen zusammen und
sind wundervolle Co-Therapeuten« meint die 44-Jährige strahlend.
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